Cordial bainvgnü!

Liebe Schwestern und Brüder,

Ich schaue auf die Uhr – schon Herbst geworden! Die Sommerzeit gehört nun der Vergangenheit an, was die Zukunft bringt, ist ungewiss. Gerüstet mit den Erfahrungen der zurück liegender Tage, Jahre und Jahrzehnte schreiten wir auf der Einbahnstrasse der Zeit den unbekannten noch Ereignissen mutig, hoffnungs- und vertrauensvoll entgegen wohl wissend, dass der Weg nicht das endgültige Ziel ist.

Es gibt nicht nur Geschichte und die Zukunft. Da ist noch die kürzeste Zeitspanne dazwischen: die Gegenwart. Kaum wird uns diese bewusst, gehört sie schon der Vergangenheit an. Und dennoch ist sie von einer enormen Bedeutung, denn in der Gegenwart werden Entscheidungen getroffen, die die Zukunft zwar nicht in jeder Hinsicht gestalten, aber dennoch erheblich beeinflussen können. Nicht immer sind Entscheidungen „aus dem Bauch“ die besten, oft führt eine tiefgründige Überlegung, die sich auf mehrseitige Informationen stützt, die bessere Wahl.

Die Gegenwart ist einem Beobachtungspunkt ähnlich, von dem die Vergangenheit mit vielen Hürden, Einschränkungen und Widrigkeiten, aber auch manchen herrlichen Erlebnissen angeschaut werden kann, nicht um dem Vergangenen nachzutrauen, sondern um daraus Mut und Hoffnung für die Zukunft zu schöpfen und aus eigenen Fehlentscheidungen zu lernen.

Die Gegenwart, trotz ihrer Kürze, ist enorm wichtig, spannend und schön. Sie positiv zu nutzen zum Aufbauen, Freude schenken, Gutes tun ist schon eine Kunst, die eigentlich von jedem Menschen beherrschbar ist, selbst wenn es hinter dem Fenster kalt und früh finster wird.

Ich nutze sie jetzt auch und gehe in die Kirche, um für die verehrten Leserinnen und Leser zu beten. Zuvor jedoch grüsse ich Sie herzlich und wünsche viel Sonne im Herzen

Ihr Pfarrer
Christoph Willa (10.11.2021)