Herzlich willkommen!

Den Winter geniessen

Es ist Winter und dazu gehören präparierte Pisten auf den Bergen und Loipen in den Tälern. Zahlreiche Personen nutzen das Angebot dieser Jahreszeit mit Freude und werden vielleicht von denjenigen beneidet, die lediglich aus Erzählungen und Schulbüchern erfahren dürfen, was der Schnee überhaupt ist. Dafür brauchen sie das Regenwasser nicht schaufeln.

Bei allen sportlichen Leistungen, bei denen der Blick ins Tal gerichtet ist, scheinen zumindest kurze Pausen angebracht, in denen eine Betrachtung dessen, was Oben ist, nicht zu kurz kommen dürfte. Denn all die Schönheit der Berge ist nicht durch Menschenhand errichtet worden. Ein kleines „Dankeschön“ ist da sicherlich nicht fehl am Platz.

Ein wichtiger Grund zur Dankbarkeit liefert die Selbstverständlichkeit unseres Wohlbefindens: wir sind gesund und dürfen die Schönheit der Natur geniessen, ob als gelegentliche Skifahrer oder Teilnehmer des bevorstehenden Skimarathons, als Wanderer oder stille Betrachter.

Nun ist die Selbstverständlichkeit der Gesundheit gar nicht so gewiss. Zwei mal in diesem Kalenderjahr wird uns dies in Erinnerung gerufen, dass neben den sich wohlbefindenden Menschen auch Kranke um ihren Schicksal bangen, denn am 11. Februar wird der Welttag der Kranken und gleich danach, am ersten Sonntag im März, der Schweizer Krankensonntag begangen. Warum schickt Gott Krankheit in diese Welt? – wird oft grundsätzlich gefragt. Wäre da ein Prämissenwechsel nicht angebracht, um den als selbstverständlich angesehenen Gesundheitszustand als den zu betrachten, der als Mangel an Krankheiten bewertet werden müsste?

Allen Gesunden darf ich ein dankbares Herz und allen Kranken baldige und vollständige Genesung wünschen. Wo diese zuletzt genannte aus der heutzutage bekannten medizinischen Sicht ausgeschlossen ist – viel Geduld und Gottvertrauen, denn auch das Leid ist nicht sinnlos!

Christoph Willa, Scuol

Ihr Pfarrer
Christoph Willa