Herzlich willkommen!

Finsternis muss weichen

„Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn Du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.“ (Ps 23,4)

Kurz nach der astronomischen Sonnenwende haben wir das Fest der Geburt Christi gefeiert: mit Lichtern auf Christbäumen, Lichtern in Schaufenstern, auf den Strassen, zahlreichen Kerzen in vielen Wohnungen. Ab diesem Zeitpunkt werden die Schatten nicht mehr länger. Die Tage werden länger, die Nächte kürzer, was aber nicht bedeutet, dass es in den Nächten keine Finsternis geben wird: die wird uns weiterhin begleiten, sie muss sich aber dem Licht unterordnen.

Die Finsternis verbirgt nicht nur das mit unseren Augen Sichtbare, sie steht auch im übertragenen Sinne für alles Undurchsichtige, Verschleierte, Verborgene, aber auch für alles Verlogene und Verdrehte – „Werke der Finsternis“ (Röm 13,12); sie steht für unsere Unwissenheit, unseren Mangel an Erkennungsvermögen und für falsche Entscheidungen – manchmal tappen wir eben im Dunkeln. Dann geht plötzlich ein Lichtlein auf!

„Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt“ – resümiert das vierte Evangelium (Joh 1,9) das Geschehen von Bethlehem. Diesem Licht begegnen später Simeon und Hanna nach Lk 2,22-39 und drücken ihr Glücksempfinden laut aus. Dieses Fest feiern wir 40 Tage nach Weihnachten als Fest der Darstellung des Herrn (früher: Mariä Lichtmess), eben am Anfang des Monats Februar.

Lasst uns diesem Licht immer wieder begegnen, denn Schatten und Dunkelheit sind deprimierend. Sie werden nicht ganz abgeschafft (zumindest nicht in unseren Breitengraden), die Nächte werden jedoch kürzer.

Das Licht Christi, das Licht der Wahrheit und Liebe, möge Ihnen immer wieder Mut und Freude schenken, Geborgenheit und Zuversicht verleihen.

Ihr Pfarrer

Christoph Willa (14.01.2022)